…und nun beginnt mein Alltag hier in Camphill…
Fünf der sechs Schüler die in meinem Haus leben sind am Sonntag eingezogen. Der letzte Schüler kommt nächste Woche. Es sind bisher drei Mädchen und zwei Jungen hier. Alle besuchen die High-School in Beaver Run und alle freuen sich schon auf den Beginn der Schule. Gestern (Montag) war Labour Day, das heißt, es war noch keine Schule. Eines der Mädchen (nennen wir sie -> Cas.) war gestern den ganzen Tag schon aufgeregt und hat mich immer wieder gefragt, ob sie zur Schule gehen kann. Ich musste ihr immer wieder erklären, dass die Schule erst Dienstag beginnt. Wenn ich sage, dass sie mich fragt oder mit mir spricht, dann muss ich dazu sagen, dass sie das auf ihre eigene besondere Weise tut, denn Cas. hat es nicht so leicht mit dem Sprechen. Sie hat ihre eigene Art der Kommunikation. Die meisten unserer Kinder hier in Ember sprechen nicht so wirklich viel. Dennoch kann man sich mit ihnen unterhalten und alle wissen oft genau, was man von ihnen will, auch wenn sie das vielleicht nicht so ganz zugeben.
Die zwei Jungs haben es etwas schwerer, weil beide Schwierigkeiten damit haben einige Dinge selber zu tun. Dennoch ist es toll zu erfahren, was jeder tun kann. Schon in den ersten eineinhalb Tagen habe ich erfahren, auf welche Art die Teenager einen auf die Probe stellen können. Das nächste Jahr wird für mich auch viel Arbeit an mir selbst sein. Ich muss lernen klare und deutliche Anweisungen zu geben bzw. mich durchzusetzen ohne mich von jemandem verunsichern zu lassen.
Zunächst werde ich sicherlich nach jedem Arbeitstag sehr erschöpft ins Bett fallen, aber ich hoffe, dass es nach einer Weile besser wird und ich mich an den Rhythmus und den langen Arbeitstag gewöhne. Heute habe ich jedenfalls meinen ersten Day-Off, was bedeutet, dass ich frei habe. Ab morgen beginnt dann auch für mich der Alltag. Ich werde morgens die Mädchen wecken, ihnen beim Anziehen helfen, Frühstücken und sie zur Schule bringen. Nach einer kurzen Pause für mich geht es dann in der Schule weiter. Nach dem Mittagessen und der Rest-Hour helfe ich im Stall bei den Pferden mit und am Abend gibt es wieder ein gemeinsames Essen und wir bringen die Schüler später ins Bett. Danach werde ich vermutlich ziemlich fertig ins Bett fallen 😀
Noch bin ich nicht so ganz vertraut mit dem wöchentlichen Rhythmus. Doch wenn ich nächste Woche dazu komme euch wieder etwas zu schreiben, dann kann ich euch hoffentlich genauer davon berichten, wie mein Alltag hier aussieht. Ich werde mit der Zeit auch mehr über die Schüler lernen und euch bei Zeiten auch mehr über die Menschen berichten mit denen ich hier zusammen lebe und arbeite.
Ich wünsche euch allen eine wunderbare Woche!! 🙂 Habt Spaß und genießt das Leben so wie ich heute!! 🙂 🙂
Liebe Anne, ich beginne jetzt langsam mehr zu verstehen, in welcher “Welt” du dich bewegst: Jeder deiner Tagebucheinträge ist bereichernd – lebendig beschreibst du deine Umgebung, die Menschen und dein Zusammenleben mit ihnen!
Danke, und weiter viel Freude wünscht dir dein Paps (;-).
Danke 🙂
Ich freue mich so sehr, dass ich diesen Blog für euch schreiben darf!! Und dass ich auf diese Weise meine Erlebnisse mit euch teilen kann.
Ich hab dich lieb Paps!
Liebste Anne,
jeden Morgen ist es mir eine Freude Deine Blog zu öffnen, mit der Neugierde ob es weiter Nachrichten von Dir gibt. Einiges was Du so beschreibst, läßt mich doch sehr an meine Zeit in Glencraig, Irland denken. Dabei wird mir mein Herz ganz warm, denn es waren wunderbare Erfahrungen die ich da machen durfte. Das klar und deutliche kommunizieren, ja das war für uns alle die erste “harte” Lernerfahrung. Wer es in Camphill gelernt hat, hat es dann auch fürs Leben. 🙂
Meine Liebe ich freue mich das es Dir mit deiner Entscheidung sooooo guuut geht.
Love Mum